Eingang zum Saal der Waldorfschule Rendsburg
Treppenhaus im Hauptgebäude der Waldorfschule Rendsburg
Eingang zum Hauptgebäude der Waldorfschule Rendsburg

Einer flog über das Kuckucksnest

9. Juli 2010 | Von H. Kolzer

Zeitloser Bühnenstoff: Szene aus dem Stück "Einer flog über das Kuckucksnest" der 12. Klasse der Freien Waldorfschule Rendsburg.
Zuschauer für eine Veranstaltung in einem Innenraum zu begeistern, ist in diesen Sommertagen nicht einfach. Umso mehr freute sich das junge Team, dass neben Eltern und Verwandten auch viele Freunde, Bekannte und Schüler anderer Rendsburger Schulen den Weg in das diesjährige Klassenspiel der 12. Klasse der Freien Waldorfschule Rendsburg gefunden hatten.

Mit dem Stück "Einer flog über das Kuckucksnest" von Dale Wassermann, welches 1962 für viel Aufregung wegen seines schonungslos-realistischen Blicks in die psychiatrische Anstaltspraxis gesorgt hatte, suchten sich die Schülerinnen und Schüler ein Schauspiel aus, das zeitlos-aktuell ist. Sind auch heute die Behandlungsmethoden und Einrichtungen für psychisch kranke Menschen ungleich viel besser als vor 40 Jahren, so bleiben die sozialen und gesellschaftlichen Hintergründe des Umgangs miteinander nach wie vor unbeantwortet, Inklusion häufig noch eine vage Zielvorstellungen.

Die Schüler näherten sich diesem schwierigen Thema mit einem Stück, das - trotz dankbarer, jugendkonformer Dialoge - nicht einfach zu spielen ist. Selbstdarstellung abzulegen, sich in die gegebene Rolle hineinzufinden, dieser Figur einen kreierten, im Ensemble reflektierten und doch persönlichen und realistischen Ausdruck zu geben, sind Übungen, die weit über das reine Auswendiglernen, was häufig mit Theaterspielen assoziiert wird, hinausgehen.

Das Neuerlernen von Bewegung, Haltung, Gang und das Aufeinanderhören sind Lernschritte, die die Schüler sich mit Bravour angeeignet haben - und die ihnen sicher in ihrem späteren Leben noch hilfreich sein werden. Die schlüssigen Darstellungen der beiden Ensemble-Besetzungen von "Einer flog über das Kuckucksnest" überzeugten mit ihren eigenen Interpretationsansätzen und dem flüssigen Spiel und ließen die gut zweistündigen Aufführungen wie im Fluge vergehen. Die Zuschauer dürften angenehm überrascht die sensible und doch eruptive Auseinandersetzung der Jugendlichen mit dem Thema gut in Erinnerung behalten.

 

 

Zurück