Über Klassenspiele
In seinen Ausführungen zur Sprachgestaltung in der Festschrift um 50jährigen Bestehen der Schule schrieb Johannes König u. a. auch folgendes zum Thema Klassenspiel:
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Den dritten großen Bereich der Sprachgestaltung, das
Schauspiel, kennen vielleicht die meisten Menschen unserer
Schulgemeinschaft, weil er auffällt und sichtbar wird. So wie der
Klassenlehrer acht Jahre lang seine Epochen gibt, so führt er auch im
Abschiedsjahr mit seinen Achtklässlern das Acht-KIass-Spiel durch. In
der Oberstufe werden dann die Epochen von Fachlehrern gegeben. Der
Fachlehrer für das Zwölft-Klass-Spiel ist der Sprachgestalter, denn
neben den pädagogischen und therapeutischen Fähigkeiten wird in der
Ausbildung zum Sprachgestalter auch das Dramatische geschult.
Das zwölfte Schuljahr ist das Waldorf-Abschlussjahr. Im
Deutschunterricht spiegelt sich die Entwicklung des Schülers darin, dass
er vom epischen Helden Parzival (Epoche in der elften Klasse) zum
dramatischen Helden Faust (Epoche in der zwölften Klasse)
fortgeschritten ist. In der zwölften Klasse soll sich der Kreis der
Waldorfzeit schließen. Alles soll sich zusammenfassen — und da stehen
unsere dramatischen Helden vor der Frage, welche Rolle sie in der
Gesellschaft einmal spielen werden. Ein eigenständige Jahresarbeit hat
die Individualität gestärkt. Beim Abschluss-Spiel nun treten neben den
individuellen Fähigkeiten die sozialen in den Vordergrund. Eine
gemeinsame Kunstreise ist das dritte große Ereignis dieses
Abschlussjahres.
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